FRESH fragt - Dollinger & Mader
Wünschen Sie sich eine Fußgängerzone in der Moosburger Innenstadt und wie genau würde diese in Ihrer Vorstellung aussehen?
Dollinger:
Seit Jahrzehnten sind Fußgängerzonen in unserer Stadt ein viel diskutiertes Thema. Lange Zeit war die Herrenstraße mein persönlicher Favorit für eine Umgestaltung.
Durch den Planausbau und insbesondere den Teilbereich des Stadtplatzes als Einfahrtszone zum Plan erscheint es mir nun sinnvoll, den begonnenen Ausbau von der VHS bis zum Rathaus fortzuführen. In Verbindung mit einer Neugestaltung des Platzes um die Mariensäule – beispielsweise als Außenbestuhlungsfläche für eine Gastronomie, idealerweise eine Eisdiele im Feyerabendhaus – sowie einer Erneuerung der Fassade des Rathauses könnten wir ein stimmiges, abgerundetes Projekt realisieren.
Darüber hinaus ließe sich die Aufenthaltsqualität im Herzen unserer Innenstadt durch gezielte Maßnahmen erheblich steigern: mobiles Grün, zusätzliche Sitzgelegenheiten, weitere Bücherschränke sowie zwei attraktive Geschäfte im Erdgeschoss des Rathauses. Ergänzt durch breite Gehwege, abgesenkte Bordsteine und taktile Leitsysteme für sehbehinderte Personen würde die Barrierefreiheit deutlich verbessert werden. Kunst- und Skulptureninstallationen regionaler Kunstschaffender könnten zudem als Blickpunkte fungieren und den öffentlichen Raum zusätzlich aufwerten.
Dass dieses Vorhaben verkehrstechnisch keine unerwarteten Probleme mit sich bringt, hat die Sperrung im vergangenen Jahr eindrucksvoll gezeigt. Auf meine Initiative hin wurde zudem der „Sommer in der Stadt“ ins Leben gerufen, der begeistert angenommen wurde. Dieses erfolgreiche Experiment hat mir eindrucksvoll gezeigt: Es funktioniert – wenn man es wirklich will!
Mader:
ja! 🡪 bereits 2021 durch die CSU Moosburg beantragt!
Antrag auf www.csu-moosburg.de zu finden!
- Ja zu mehr Aufenthaltsqualität
-attraktives Gesamtkonzept: Innenstadt als „Wohnzimmer der Stadt“
🡪Nicht nur zum Einkaufen, sondern zum Verweilen.
🡪 mehr Grün, moderne Sitzgelegenheiten, Außengastronomie und Events
Wie sehen Sie die Zukunft des innenstädtischen ÖPNV? Gibt es in Ihren Augen Verbesserungspotential?
Dollinger:
In enger Abstimmung mit unserem Landrat Helmut Petz ist es mir gelungen, die vierjährige Versuchsphase des Landkreises für den Flex-Bus nach Moosburg zu holen. Das Flexbus-System mit inzwischen über 100 Haltepunkten hat den früheren, sehr eingeschränkten Stadtbus erfolgreich ersetzt und stößt auf große Zufriedenheit bei vielen Bürgerinnen und Bürgern. Zeitweise kam es zwar zu Engpässen im Betrieb, diese konnten jedoch durch den Einsatz eines vierten Fahrzeugs weitgehend behoben werden. Zudem ist das Angebot durch die Reduzierung der Fahrpreise mittlerweile auch sozial deutlich verträglicher geworden.
In Abstimmung mit dem MVV plant Landrat Helmut Petz darüber hinaus, das Flexbus-System künftig auch auf umliegende Ortschaften auszuweiten. Dadurch soll die Erreichbarkeit der Moosburger Innenstadt weiter verbessert werden – nicht nur aus den verschiedenen Ortsteilen, sondern auch aus den Nachbargemeinden. Ziel ist es, den Weg in die Stadt für Bürgerinnen und Bürger schneller, einfacher und attraktiver zu gestalten. Mittelfristig ist zudem der Einsatz von Elektro- oder Hybridbussen angedacht, um Emissionen weiter zu reduzieren und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Mader:
- schrittweiser Ausbau des FLEX-Stadtbusses
🡪 auch auf benachbarte Gemeinden
🡪 attraktiver ÖPNV = weniger Individualverkehr
- engagierter Einsatz für eine bessere Taktung der Züge durch die Deutsche Bahn
Was sind Ihre Vorschläge und Maßnahmen für den Moosburger Bahnhof?
Dollinger:
Anfänglich hielt ich einen Neubau des Bahnhofs für die beste Lösung. Nach intensiver Suche beauftragte die Stadt ein in Berlin ansässiges, von der Bahn anerkanntes Planungsbüro, das mehrere Optionen vorstellte: Neubau, Generalsanierung oder einfache Instandsetzung.
Zur besseren Beurteilung habe ich zwei Besichtigungstermine in Zorneding organisiert, wo unter der Leitung des genannten Planungsbüros kürzlich ein neuer Bahnhof realisiert wurde. Das Interesse des Stadtrates an diesen Terminen war jedoch begrenzt.
Da für eine Generalsanierung Städtebaumittel in Aussicht gestellt wurden, entschied man sich für diese Lösung. Auch für diese Variante mahnte die Rechtsaufsicht des Landratsamtes zur Haushaltsgenehmigung unser Vorhaben an.
Es werden nach aktueller Beschlusslage des Stadtrats Verschönerungsmaßnahmen im überschaubaren Rahmen umgesetzt: Der Bauhof hat bereits die Wartehalle aufgefrischt und die Toilettenanlagen saniert. Darüber hinaus beschloss der Stadtrat, eine Konzeptausschreibung für einen Investor vorzubereiten; diese befindet sich derzeit in der Umsetzung und wird dem Stadtrat zeitnah zur Beschlussfassung vorgelegt.
Von zentraler Bedeutung ist, dass der Aufenthaltsbereich sowie die Toiletten erhalten bleiben. Zur besseren Versorgung der Bahnreisenden sind ein Imbiss und ein Automatenbereich vorgesehen. Zudem ist geplant, die Fassaden des Bahnhofs durch gezielte Begrünung aufzuwerten. Diese Maßnahme soll nicht nur das Erscheinungsbild des Gebäudes verbessern, sondern auch das Stadtklima positiv beeinflussen, für ein angenehmes Mikroklima sorgen und den Aufenthalt für Reisende und Besucher angenehmer gestalten.
Im Parkhaus entstehen ferner zehn E-Ladepunkte - die entsprechenden Verträge mit den Stadtwerken München sind bereits unterzeichnet. Auch Lademöglichkeiten für Fahrräder werden derzeit geprüft. Parallel dazu wird die Verlängerung des Fußgängertunnels vorangetrieben, um einen barrierefreien Zugang zu allen Gleisen von Westen her zu ermöglichen. Die Vergabe der notwendigen Bodenuntersuchungen liegt dem Stadtrat in der Sitzung am 25.03. zur Beschlussfassung vor.
Mader:
Bahnhof endlich sanieren
🡪ansprechende Gestaltung und bessere Beleuchtung
Versorgung durcheinen Bäcker oder Kiosk
- saubere (barrierefreie) WCs
- sauberes Gebäude mit Sitzmöglichkeiten und Steckdosen/WLAN
E-Bike-Ladestationen
Welche konkreten Maßnahmen für die Jugend in Moosburg gedenken Sie in Ihrer Amtszeit umzusetzen?
Dollinger:
Mit dem Bau des sehr attraktiven Abenteuerspielplatzes in der Bonau konnten wir bereits einen lang gehegten Wunsch nach einer zusätzlichen Freizeitmöglichkeit für Kinder erfüllen.
Aktuell hat der Stadtrat beschlossen, auf der Fläche beim TSV-Fußballplatz – dort, wo bis vor Kurzem noch die Container des Neustadtkindergartens standen – einen Begegnungsplatz zu schaffen. Den entsprechenden Antrag, der einstimmig angenommen wurde, brachte Frau Stadträtin Beibl ein.
Zahlreiche Jugendliche haben den Wunsch geäußert, weitere Bolzplätze zu erhalten. Aufgrund der begrenzten Grundstücksverfügbarkeit gestaltet sich die Umsetzung jedoch schwierig. Ich befinde mich jedoch in vielversprechenden Verhandlungen über eine geeignete Fläche, auf denen ein neuer Bolzplatz entstehen und zusätzlich weitere attraktive Angebote für Jugendliche realisiert werden könnten. Darüber hinaus müssen auch die bestehenden Anlagen wieder in einen gepflegten Zustand versetzt werden.
Ein weiteres Projekt ist die Einführung von Padel-Tennis, einer derzeit besonders beliebten Sportart. In Kooperation mit unserem Tennisclub könnte diese Trendsportart zukünftig angeboten werden. Hierfür sind jedoch noch vertiefende Gespräche notwendig. Darüber hinaus sind ergänzende Angebote wie Musik- und Tanzworkshops vorgesehen, die in Kooperation mit Schulen, der VHS oder (Kultur-)Vereinen umgesetzt werden könnten. Unter der Leitung der Klimaschutzmanagerin können Umweltaktionen für Kinder und Jugendliche initiiert und koordiniert werden – in enger Kooperation mit Schulen, der VHS und Vereinen.
Mader:
- regelmäßige Treffen mit dem Jugendparlament
- Rederecht des Jugendparlaments bei jugend-spezifischen Themen
- weiterer Ausbau von Sport- und Freizeitflächen (z.B. Skatepark-Upgrade)
- unkomplizierte Unterstützung junger, lokaler Kultur
Wie wichtig ist Ihnen die Umsetzung unserer Anträge des Maker Spaces und des Begegnungsplatzes?
Dollinger:
Die Idee des Maker Spaces habe ich bereits aktiv unterstützt. Der Stadtrat hat hierfür im aktuellen Haushalt Mittel für einen 3D-Drucker bereitgestellt. Wir wollen zunächst klein starten und beobachten, wie das neue Angebot angenommen wird und sich entwickelt. Problematisch erscheint mir derzeit noch die Standortwahl und Umsetzung. Vorstellen kann ich mir aber eine Kooperation mit der VHS und dem Jugendhaus, um Synergien zu nutzen.
Um den Stadtrat umfassend zu informieren, werde ich eine Besichtigung des Maker Spaces in München anregen. Darüber hinaus könnte es sinnvoll sein, die Verantwortlichen direkt zeitnah einzuladen, um ihre Erfahrungen und Empfehlungen im Stadtrat vorzustellen.
Zum geplanten Begegnungsplatz in der Neustadt habe ich bereits ausführlich Stellung genommen. Ich halte es jedoch auch für sehr wichtig, attraktive Flächen im Stadtzentrum anbieten zu können. Insbesondere im Sommer könnte sich der neugestaltete Plan zu einem beliebten Treffpunkt und Eventort für Jugendliche entwickeln.
Mader:
- wichtig! rasche Umsetzung des bereits beschlossenen Makerspace
🡪 wichtig für unsere Schulen
🡪 Treffpunkt für Innovation und Start-Ups, Handwerk sowie kreative Köpfe
🡪 erneute Prüfung eines Begegnungsplatzes in Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament, um eine Realisieru